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Umfrage zu Rassismuserfahrungen in Siegen und dem Kreis Siegen-Wittgenstein

Wie erleben Menschen Rassismus in Siegen-Wittgenstein? Ihre Stimme zählt!

Wie erleben Menschen Rassismus im Alltag im Kreis Siegen-Wittgenstein? Wo kommt es zu Diskriminierung – und welche Unterstützung fehlt Betroffenen? Um diese Fragen zu beantworten, startet zum Internationalen Tag gegen Rassismus 2026 eine regionale Umfrage zu Rassismuserfahrungen in der Region.

Initiiert wird die Befragung vom Siegener Netzwerk gegen Diskriminierung und der Integrationsagentur des AWO Kreisverbands Siegen-Wittgenstein/Olpe. Ziel ist es, ein genaueres Bild davon zu erhalten, welche Erfahrungen Menschen vor Ort machen und welche Unterstützung sie brauchen, um gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können.

Dass Rassismus auch in Deutschland ein relevantes Thema bleibt, zeigt unter anderem die InRa-Studie zu Rassismus in deutschen Institutionen, die im Auftrag des Bundesinnenministeriums erstellt und 2026 veröffentlicht wurde. Während solche Studien bundesweite Entwicklungen sichtbar machen, soll die Umfrage speziell die Situation in der Region beleuchten.

Die Fragen orientieren sich am Nationalen Diskriminierungsmonitor (NaDiRa) „Verborgene Muster, sichtbare Folgen“ des Deutschen Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung aus dem Jahr 2025. Für die regionale Umfrage wurden sie vereinfacht und angepasst, damit möglichst viele Menschen teilnehmen können.

Die Teilnahme ist freiwillig und anonym, persönliche Daten werden nicht erhoben. Unsere Umfrage ist aktuell in den Sprachen Deutsch, Englisch, Ukrainisch, Türkisch und Russisch verfügbar, an weiteren Übersetzungen arbeiten wir. Das Ausfüllen des Fragebogens dauert etwa fünf bis zehn Minuten und ist möglich bis zum 19.04.2026. Die Initiatorinnen und Initiatoren rufen möglichst viele Menschen zur Teilnahme auf, damit Erfahrungen sichtbar werden und daraus konkrete Verbesserungen für die Region entstehen können.

Zur Befragung geht es hier oder via www.awo-siegen.de

Internationale Wochen gegen Rassismus 2026 – unter dem Motto „100% Menschenwürde. Zusammen gegen Rassismus und Rechtsextremismus“

Die Internationalen Wochen gegen Rassismus 2026 finden in Siegen vom 16. bis zum 31. März statt. Unter dem diesjährigen bundesweiten Motto „100% Menschenwürde. Zusammen gegen Rassismus und Rechtsextremismus“ hat das Netzwerk gegen Diskriminierung erneut ein vielfältiges Programm zusammengestellt. Mit zahlreichen kostenlosen Veranstaltungen setzen die beteiligten Organisationen ein deutliches Zeichen für Vielfalt und gegen Ausgrenzung in unserer Stadt.

Den Auftakt bildet eine besondere Postkartenausstellung mit dem Titel „Menschenwürde für alle!“, die vom 17. bis 31. März im KrönchenCenter (1. OG) zu sehen ist. Gezeigt werden im XXL-Format gestaltete Postkarten, die im Vorjahr spontan von Passantinnen und Passanten auf der Siegbrücke erstellt wurden. Die Vernissage findet am Dienstag, den 17. März um 17:00 Uhr statt.

Ein zentrales Highlight sind die Aktions- und Informationsstände am Internationalen Tag gegen Rassismus, dem 21. März. Von 12:00 bis 16:30 Uhr laden der Ausschuss für Chancengerechtigkeit und Integration, der Runde Tisch der Religionen, das Kommunale Integrationszentrum sowie die „OMAS GEGEN RECHTS“ auf der Siegbrücke zum Dialog ein, um gemeinsam ein Zeichen für Menschenwürde zu setzen. Die „OMAS GEGEN RECHST” puzzeln mit den Besucher*innen des Infostands vor Ort ein Riesenpuzzle zum Thema Menschenwürde.

Das weitere Programm bietet tiefgreifende Einblicke in unterschiedliche Aspekte von Diskriminierung:

  • Film & Diskussion: Am 18. März zeigt die BlueBox um 18:00 Uhr den Film „Die Macht des Visums“, der die systematischen Ungerechtigkeiten der deutschen Visavergabe beleuchtet.
  • Workshop: Am 21. März findet von 10:00 bis 16:00 Uhr im KulturIntegrationsQuartier (KIQ) ein Workshop zur Vereinsgründung statt, der Aktiven rechtliche und finanzielle Sicherheit vermitteln soll.
  • Kunst im Dialog: Das Museum für Gegenwartskunst (MGKSiegen) lädt am 24. und 31. März jeweils um 17:00 Uhr zu dialogischen Rundgängen unter dem Titel „Haltung zeigen“ ein.
  • Lesungen: Am 26. März um 18:00 Uhr liest Veronica L. Amartey in der Mediathek gegen Rassismus aus ihrem Buch „Stille Kämpfe, Starke Siege“ über ihren Weg gegen Behinderung und Diskriminierung. Für die jüngsten Mitbürger gibt es am 27. März um 13:00 Uhr im Kinder- und Jugendtreff Westhang eine Vorlese- und Mitmachaktion zum Bilderbuch „Plötzlich war Lysander da“.

Flyer hier  herunterladen: 2026 Programmflyer_Internationale Wochen gegen Rassismus Siegen.

Jahresthema 2026 des Netzwerks gegen Diskriminierung – Diskriminierung durch Digitalisierung

Im Jahr 2026 stellt das Netzwerk gegen Diskriminierung das Thema „Diskriminierung durch Digitalisierung“ in den Mittelpunkt seiner Arbeit. Ziel ist es, sichtbar zu machen, wie digitale Entwicklungen bestehende Ungleichheiten verstärken können – etwa beim Zugang zu Informationen, bei der Nutzung digitaler Angebote oder durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz. Gleichzeitig möchten wir aufzeigen, wie Digitalisierung inklusiv, diskriminierungssensibel und barrierearm gestaltet werden kann, sodass alle Menschen gleichermaßen von ihr profitieren.
Im Rahmen des Jahresthemas sind Fach- und Aktionstage geplant. So findet am 24. Juni 2026 ein Fachtag im Vormittagsbereich im Kulturhaus Lÿz in Siegen statt. Geplant sind einführende Vorträge, die einen Überblick über zentrale Fragestellungen geben. Eine Podiumsdiskussion mit lokalen Akteur*innen aus Verwaltung, Beratungsstellen und Zivilgesellschaft soll unterschiedliche Perspektiven zusammenbringen und mögliche Handlungsansätze aufzeigen.
Am 10. Dezember 2026, dem Tag der Menschenrechte, ist eine öffentlichkeitswirksame Aktion geplant. Alle sind herzlich eingeladen, ihre Erfahrungen mit digitaler Diskriminierung zu teilen. Zudem informieren wir über Unterstützungs- und Beratungsangebote. Weitere Veranstaltungen werden im Laufe des Jahres auf unserer Homepage angekündigt.
Gemeinsam mit Netzwerkpartner*innen, Fachkräften und der Stadtgesellschaft möchten wir das Thema über das gesamte Jahr hinweg vertiefen und für digitale Diskriminierung sensibilisieren. Wenn Sie Ideen, Erfahrungen oder Interesse an einer Kooperation haben, freuen wir uns sehr über Ihre Kontaktaufnahme.
Details zu den Veranstaltungen und zur Mitwirkung folgen auf (analogen und digitalen) Kanälen des Netzwerks und der Netzwerkpartner*innen.

Foto © J_Hennemann / pixabay.com

Willkommen in Siegen – Bucket-List Siegen

Integrationsratssitzung besuchen / Attend an integration council meeting
https://www.siegen.de/rathaus-politik/integrationsrat-1

Aktiv sein in einem Sportverein / Being active in a local sports club
https://www.ksb-siwi.de/fileadmin/co_system/siegen-wittgenstein/media/PDFs/Sportatlas_web.pdf

Entdeckungstour durch die Altstadt und den Schlosspark / Discovery tour through the old town and the castle grounds
https://www.siegen-wittgenstein.info/de/poi/park/siegener-schlosspark/32258378/

Besuch des Freundschaftsfestes / Visit the ‘Freundschaftsfest’
13. June, 2026. Schlosspark Siegen

Veranstaltung der Wochen gegen Rassismus im März oder der Interkulturellen Tage im Herbst / Event during the Weeks Against Racism in March or the Intercultural Days in autumn
https://www.siegen.de/leben-in-siegen/veranstaltungskalender
https://www.mediathek-siegen.de/aktuelles/

Abonnement der Migazette / Subscription to the MiGazette
https://caritas-siegen.de/demokratie-leben/#mig

Rad- oder Wandertour durch das Siegener Umland / Cycling or hiking tour through the Siegen area
https://siwi-lebt-vielfalt.de/leben/freizeit/
https://komoot.com

Samstagsmarkt in der Oberstadt / Saturday market in the upper town
https://www.siegener-zeitung.de/lokales/siegerland/siegen-und-umgebung-hier-gibt-es-wochenmaerkte-OP24UPCYE5HOZCM2CSN7TAJIPM.html

Besuch in einem lokalen Museum / Visit a local museum
https://www.aktives-museum-suedwestfalen.de/
https://www.mgksiegen.de/de/
https://www.siegerlandmuseum.de/de

Veranstaltung im KIQ / Event at the KulturIntegrationQuartier (KIQ)
Kontakt: Torsten Büker t.bueker@siegen.de

Aktion «Wir sind offen»

Im Rahmen des diesjährigen Christopher Street Day in Siegen am 26.7.2025 lädt das Siegener Netzwerk gegen Diskriminierung Geschäftstreibende, Organisationen, Vereine, Behörden, Beratungsstellen und alle engagierten Privatpersonen ein, unter dem Motto „Wir sind offen“ Stellung zu beziehen und sich aktiv zu Toleranz und Vielfalt zu bekennen. Hierfür können Interessierte kostenfrei ein Material-Set, bestehend aus zwei kleinen Plakaten und jeweils zehn Postkarten und Aufklebern bestellen. Kontakt und Rückfragen: lisa.bleckmann@vaks.info
Wir freuen uns über eine rege Beteiligung!

Das Motiv steht hier auch zum Download zur Verfügung und darf im Rahmen der Aktion heruntergeladen und ausgedruckt werden: Download-Link

Neu vom Netzwerk gegen Diskriminierung: Schwerpunktthema des Jahres

Das Netzwerk gegen Diskriminierung Siegen setzt sich für eine vielfältige und diskriminierungsfreie Gesellschaft ein. In unserer Arbeit bündeln wir Kräfte, um diskriminierende Strukturen zu erkennen, zu benennen und nachhaltig zu verändern. Das Netzwerk engagiert sich in verschiedenen Bereichen, sei es durch Aufklärungsarbeit, den Austausch über verschiedenste Diskriminierungserfahrungen in der Region oder die Unterstützung von Betroffenen.
Das Netzwerk gegen Diskriminierung hat sich dazu entschieden, jedes Jahr ein anderes Schwerpunktthema in den Fokus der Netzwerkarbeit zu rücken. In diesem Jahr werden wir uns auf Diskriminierung aufgrund von Queerness konzentrieren, um auf die Herausforderungen aufmerksam zu machen, die Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität erfahren.
Queer ist ein Sammelbegriff für Menschen, deren geschlechtliche Identität und/oder sexuelle Orientierung nicht der gesellschaftlichen Norm von „männlich/weiblich“ oder „heterosexuell“ entspricht. Dazu zählen beispielsweise lesbische, schwule, bisexuelle, trans- oder intergeschlechtliche Personen sowie Menschen, die sich keiner dieser Kategorien eindeutig zuordnen möchten.
Queere Menschen sind in vielen Lebensbereichen nach wie vor mit Benachteiligungen konfrontiert. Sie erleben oft Diskriminierung, Ablehnung und Gewalt, sei es im privaten Umfeld, im Arbeitsleben oder im öffentlichen Raum. Diese Diskriminierungen können in Form von Vorurteilen, Beleidigungen oder auch struktureller Ungleichbehandlung auftreten und beeinträchtigen das Leben und Wohlbefinden der Betroffenen massiv.
Besonders problematisch ist, dass diese Diskriminierung nicht immer offensichtlich ist und sich oft in subtilen, aber nachhaltigen Formen zeigt. So haben queere Menschen in vielen Gesellschaftsbereichen noch immer mit Vorurteilen, eingeschränkten Rechten und einem Mangel an Akzeptanz zu kämpfen. Auch die gesellschaftliche und rechtliche Anerkennung ihrer Identität ist noch nicht überall selbstverständlich.
Leider sind auch in Siegen queere Menschen immer wieder Opfer von Hass und Gewalt. In den letzten Jahren kam es immer wieder zu Vorfällen, die auf Queerfeindlichkeit hinweisen. Beispielsweise kam es im queeren Beratungs- und Begegnungszentrum andersROOM, einem wichtigen Anlaufpunkt für queere Menschen in Siegen, immer wieder zu Einbrüchen und Vandalismus. Diese Angriffe zeigen, wie akut das Problem der Queerfeindlichkeit auch in unserer Region ist.
Diese Vorfälle haben uns dazu bewegt, das Thema Diskriminierung aufgrund von Queerness dieses Jahr in den Mittelpunkt unserer Arbeit zu stellen. Es ist uns ein Anliegen, ein Bewusstsein für die Herausforderungen zu schaffen, die queere Menschen tagtäglich erleben.
Im Rahmen unseres Schwerpunktthemas für das Jahr 2025 wird das Netzwerk gegen Diskriminierung eine Reihe von Veranstaltungen und Aktivitäten durchführen. Ziel ist es, das Thema in der Öffentlichkeit sichtbarer zu machen, Aufklärung zu betreiben und vor allem Betroffenen eine Stimme zu geben. Zu den geplanten Aktionen gehört unter anderem ein Stand zum Internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie (IDAHOBIT) am 17. Mai 2025 in der Innenstadt von Siegen, sowie ein eigener Stand beim CSD Siegen am 26. Juli 2025.
Mit diesen Aktionen möchten wir nicht nur das Thema Queerfeindlichkeit thematisieren, sondern auch für eine Gesellschaft eintreten, in der jede*r, unabhängig von sexueller Orientierung oder Geschlechtsidentität, gleiche Rechte und Chancen hat.
Wir laden alle Menschen ein, sich gemeinsam mit uns für eine diskriminierungsfreie und respektvolle Gesellschaft einzusetzen. Denn nur gemeinsam können wir eine Zukunft schaffen, in der Vielfalt gefeiert und nicht als Bedrohung wahrgenommen wird.
Weitere Veranstaltungen werden im Laufe des Jahres auf unserer Homepage angekündigt.

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